Die Kernveranstaltung

Der CrashKurs MV

Einige der Schülerinnen und Schüler haben Tränen in den Augen. Betroffen sind sie alle. Und offensichtlich sehr nachdenklich. Am Ende zerplatzt ein riesiger Ballon mit den Post-it-Lebensträumen der bis zu 250 im Saal sitzenden jungen Leute. Doch jeder von ihnen weiß: Ich kann selbst etwas tun, um einen Verkehrsunfall zu vermeiden oder deren Folgen zu mindern.

Der rund 1,5-stündige CrashKurs MV folgt inhaltlich der Rettungskette bei einem Verkehrsunfall. Ein Polizist aus der Region erzählt, wie er an einer Unfallstelle schwerverletzte und tote Jugendliche vorfand und wie es zu dem Verkehrsunfall kam. Eine Rettungsassistentin schildert den vergeblichen Versuch, einen Schwerstverletzten zu reanimieren. Ein Notfallseelsorger beschreibt die Reaktionen der Angehörigen, die von lautem Schreien über Wut auf den Notarzt bis zur totalen Starre reichen. Eine betroffene Mutter berichtet über das mühsame Weiterleben nach dem Unfalltod des Sohnes.

Nach und nach erleben die Schülerinnen und Schüler bei der Veranstaltung mit den Akteuren auf der Bühne unterschiedliche, selbst erlebte Unfälle mit jungen Menschen – veranschaulicht durch Bildmaterial.

Die Botschaft an die Jugendlichen am Ende ist so einfach wie wirkungsvoll: Nur wenn wir uns im Straßenverkehr an die Regeln halten, schützen wir Leben – unser eigenes und das der anderen.

Anschließend stehen die Akteure den Jugendlichen für Gespräche zur Verfügung.

Der CrashKurs MV löst bei jungen Menschen individuell unterschiedlich stark ausgeprägte Emotionen aus. In wenigen Ausnahmen fühlen sich Jugendliche bei der Veranstaltung sehr stark emotional belastet. Sie dürfen jederzeit die Veranstaltung verlassen und werden von Pädagogen der Schule betreut. Junge Frauen und Männer, die einen eigenen traumatischen Unfall erlebt oder beobachtet haben, sollten am CrashKurs nicht teilnehmen.

Aktueller Anlass

Einen tragischen Unfall hautnah miterleben

Den ersten „CrashKurs MV“ eröffnete am 09. Januar in der Berufsschule für Wirtschaft und Verwaltung in Schwerin Innenminister Lorenz Caffier.

Viele der 240 Schülerinnen und Schüler zeigten sich emotional stark berührt von den persönlichen Berichten des CrashKurs-Teams über tragische Verkehrsunfälle aus unserer Region. René Kulow (Polizeibeamter), Stefan Krömer (Feuerwehrmann), Christopherus Baumert (Seelsorger), Dr. Gernot Rücker (Notfallarzt) sowie Ottmar und Kerstin Saffan (Eltern des tödlich verunfallten Manuel) appellierten gemeinsam mit Anke Wedlich (Polizeibeamtin) an die jungen Leute sich im Straßenverkehr regelkonform zu verhalten.